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Das Problem mit verarbeiteten Lebensmitteln:

Es ist paradox, nicht wahr? Wir reichern Lebensmittel wie weißen Reis mit Thiamin an, aber brauner Reis enthält dieses Thiamin bereits, wenn man ihn einfach so lässt. Weißer Reis, der von vielen als natürliches, uraltes Lebensmittel angesehen wird, ist in Wirklichkeit ein hochverarbeitetes Produkt. Er wird hergestellt, indem die Kleie, die Thiamin enthält, entfernt wird, um seine Haltbarkeit zu verlängern und ihn weicher und leichter zu kochen zu machen. Dieser Prozess macht ihn zu einem ultraverarbeiteten Lebensmittel, obwohl er schon lange existiert.

Denken Sie darüber nach: In der Antike aßen nur die Reichen weißen Reis. Die meisten Menschen aßen Vollkornprodukte. Und wenn man nicht genügend Thiamin hat, funktioniert das Gehirn nicht richtig, was zu schlechten Entscheidungen führen kann. Die Geschichte ist voll von Beispielen von Menschen, die aufgrund des Verzehrs von verarbeitetem weißen Reis schwer unter Thiaminmangel litten.

Weißer Reis enthält außerdem viel mehr Arsen als andere Getreidesorten. Wenn Sie ihn essen möchten, sollten Sie ihn mehrmals waschen und das Kochwasser nach dem Kochen abgießen. Dadurch kann der Arsengehalt zwar deutlich reduziert werden, aber gleichzeitig wird auch ein Teil des wasserlöslichen Thiamins ausgewaschen. Selbst mit Anreicherung bleibt es also ein nährstoffarmes Lebensmittel.

Der stille Thiaminmangel: Wie wir Thiamin verbrauchen
Thiaminmangel entsteht in der Regel nicht über Nacht. Er ist wie eine Kreditkartenschuld: Er häuft sich mit der Zeit an, da das Konto immer weiter sinkt. Viele von uns leiden unter Müdigkeit, Vergesslichkeit, Antriebslosigkeit und schlechter Laune und greifen dann vielleicht zu Süßigkeiten oder Koffein, um sich besser zu fühlen. Doch oft ist die wahre Ursache ein Mangel an Thiamin.

Unser moderner Lebensstil und unsere Ernährung führen ständig zu einem Mangel an Thiamin. Hier sind einige häufige Ursachen:

Alkohol: Alkohol, selbst Rotwein, wird in der Leber zu Acetaldehyd umgewandelt, einem Giftstoff. Dieses Gift ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern reduziert auch die Fähigkeit des Körpers, Thiamin aufzunehmen, um mindestens 50 %. Selbst wenn Bier mit Vitamin B1 angereichert ist, wird der Körper den Großteil davon nicht aufnehmen.
Kochen bei hohen Temperaturen: Backen und andere Zubereitungsmethoden bei hohen Temperaturen zerstören Thiamin. Die Zugabe von Natron oder anderen alkalischen Zutaten verstärkt den Thiaminabbau. Da Thiamin wasserlöslich ist, geht beim Kochen von Lebensmitteln und dem anschließenden Wegschütten des Wassers auch das Thiamin verloren.
Kaffee und Tee: Diese Getränke wirken harntreibend und führen zu einer erhöhten Thiaminausscheidung über den Urin. Auch die enthaltenen Tannine können Thiamin abbauen.
Rohe Schalentiere: Einige rohe Schalentiere enthalten Enzyme namens Thiaminasen, die Thiamin im Darm abbauen und so dessen Aufnahme verhindern.
Konservierungsstoffe: Lebensmittel mit einem hohen Sulfitgehalt, ob zugesetzt oder natürlich (wie in Wein), können Thiamin zerstören.
Medikamente und Thiaminaufnahme: Nicht nur Ernährung und Lebensstil beeinflussen den Thiaminspiegel. Viele gängige Medikamente können die Aufnahme von Magensäure beeinträchtigen oder deren Ausscheidung erhöhen:

Antazida und Protonenpumpenhemmer: Diese Medikamente, die häufig bei Verdauungsstörungen oder Sodbrennen eingesetzt werden, reduzieren die Magensäureproduktion, die für die Aufnahme von Magensäure notwendig ist.