All die Jahre.
All diese Stille.
Ich dankte dem Polizisten und bat ihn, meine Großmutter und mich auf dem Laufenden zu halten. Er versprach es.
Draußen vor der Wache wandte ich mich an Daniel.
„Du hast mich gerettet.“
Er schüttelte den Kopf. „Ich habe nur das getan, was jeder getan hätte.“
„Nein. Das hast du nicht einfach nur getan. Du hast es all die Zeit mit dir herumgetragen. Und jetzt kann es dank dir wieder Gerechtigkeit für meine Eltern geben.“
Daniel senkte den Blick.
Ich fasste einen Entschluss.
„Komm mit“, sagte ich. „An den Ort, wo es passiert ist.“
Daniel zögerte, aber nur einen Augenblick.
Die Straße sah normal aus. Wir sagten nicht viel, als wir ankamen.
Ich fuhr an den Straßenrand und blieb stehen. Daniel stand ein paar Meter entfernt.
Dann holte ich tief Luft.
„Ich dachte immer, hier wäre alles vorbei. Aber so ist es nicht. Hier bin ich geblieben.“
Er sah mich an.
„Komm mit.“
„Ich fühle mich hier nicht mehr gefangen.“
Daniel nickte, als ob er es verstand.
„Danke. Für diese Nacht. Dafür, dass du die Wahrheit gesagt hast. Und … dafür, dass du mich zum Tanzen aufgefordert hast.“
Ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Überall hin.“
Ich drehte mich um und ging zurück zur Straße.
Aber diesmal war ich nicht das Mädchen, das zurückgelassen worden war.