Ich hatte meine Debitkarte absichtlich im Safe eingeschlossen

Diane sah makellos aus: Paillettenkleid, perfekt frisierte Haare, frisch lackierte Nägel. Ryan führte sie wie eine Königin. Ich folgte ihr, unsichtbar – bis die Rechnung kam.

Es lag in einer schmalen Mappe, ordentlich am Tischrand platziert. Dianes Blick huschte dorthin, dann hob sie das Kinn nur so weit, dass Marilyn es bemerkte.

„Nun, Ryan“, verkündete Diane laut genug, dass es auch die Tische in der Nähe hören konnten, „ich denke, es ist an der Zeit.“

Ryan lächelte – selbstsicher, wie automatisch – und wandte sich reflexartig mir zu.

„Sophie?“, hakte er nach, bereits gereizt.

Ich hob mein Glas, nahm einen ruhigen Schluck und sah ihn an, als würden wir über das Wetter plaudern.

„Was ist es?“, fragte ich.

Er deutete vage auf den Ordner. „Die Rechnung. Können Sie …?“

„Bezahlen?“, beendete ich seinen Satz.

Stille traf den Tisch wie ein fallender Teller. Diane erstarrte mitten im Biss.

„Natürlich bezahlst du“, fuhr sie ihn an. „Du wirst Ryan doch nicht vor allen anderen bloßstellen.“

Ich stellte mein Glas ab, öffnete meine Clutch, holte meinen Spiegel heraus, korrigierte meinen Lippenstift – langsam und bedächtig – und stellte dann die Mausefalle neben die Rechnung auf den Tisch.

Schnapp.

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