Als ich ihr endlich schrieb, kam die Nachricht abgehackt an: Kannst du mir helfen? Ich habe Atemnot. Ich bin allein. Keine zehn Minuten später stand sie vor meiner Tür. Ich hörte sie klopfen, dann meinen Namen rufen und dann den plötzlichen Unterschied in ihrer Stimme, als sie mich zum Eingang kriechen sah. Sie öffnete sich mit dem Garagentorcode, den meine Mutter ihr mal für Lieferungen gegeben hatte.
Frau Delaney sah mich an und sagte: „Darüber diskutieren wir nicht.“ Sie rief den Notruf, während sie neben mir kniete und mir mit einer Hand die Schulter abstützte. Als die Sanitäter eintrafen, fragten sie, wer mich entlassen hatte. Ich sagte, meine Familie hätte mich mitgenommen. Die beiden wechselten einen Blick, den ich sofort verstand: Das war ernst.
Im Krankenhaus hatte zufällig der behandelnde Arzt von vor zwei Tagen Dienst. Er erkannte mich, sah sich meine Akte an und blickte mich dann direkt an – nicht wütend, sondern mit etwas Schlimmerem: fassungslosem Unglauben. Meine Sauerstoffsättigung war niedriger als bei meiner Entlassung. Ich war stark dehydriert, untermedikamentiert und stand kurz davor, eine weitere schwerwiegende Komplikation zu entwickeln.